Einphasig vs. dreiphasig laden: Unterschiede und Auswirkungen
Einphasig oder dreiphasig – das bestimmt die Ladeleistung. Dieser Ratgeber erklärt, wie Hausanschlüsse funktionieren und was Sie mit welcher Stromverteilung laden können.
Einphasig: 230 Volt, eine Phase
Ein einphasiger Stromkreis verwendet eine der drei Phasen des Hausnetzes mit 230 V. Die Stromstärke liegt typischerweise bei 16 A (maximal 32 A für Ladesysteme). Das ergibt eine Leistung von 3,68 kW (16 A) bis 7,4 kW (32 A). Einphasiges Laden ist schnell verfügbar und wird oft für mobile Ladegeräte und ältere Wallboxen genutzt. Vorteil: Einfach, günstig. Nachteil: Begrenzte Leistung – ein 60-kWh-Akku braucht 8–16 Stunden.
Dreiphasig: 3 × 230 Volt oder 3 × 400 Volt
Dreiphasige Systeme nutzen alle drei Phasen des Hausnetzes, oft dargestellt als 3 × 230 V oder 3 × 400 V (Drehstrom). Bei 16 A pro Phase sind das zusammen etwa 11 kW; bei 32 A pro Phase etwa 22 kW. Dreiphasiges Laden ist deutlich leistungsstärker. Ein 60-kWh-Akku ist mit 11 kW in 6–8 Stunden voll, mit 22 kW in 3–4 Stunden. Fast alle modernen Wallboxen nutzen Drehstrom (dreiphasig). Vorteil: Schnell, effizient. Nachteil: Benötigt einen Hausanschluss mit mindestens 3 × 16 A.
Hausanschluss: Welche Phasen hat Ihr Netz?
Nicht jedes Haus hat Drehstrom. Ein Altbau kann nur mit einer oder zwei Phasen ausgestattet sein – das ist noch häufig anzutreffen. Schauen Sie in den Stromkasten oder fragen Sie Ihren Stromversorger nach dem verfügbaren Anschluss. Die Bezeichnung ist oft: 1 × 16 A (einphasig), 3 × 16 A (dreiphasig, 11 kW max), 3 × 20 A oder 3 × 25 A (bis 18,5 kW) oder 3 × 32 A (bis 23 kW). Ein moderner Neubau hat in aller Regel Drehstrom; viele Altbauten müssen umgerüstet werden.
Kann ich mein einphasiges Netz auf dreiphasig aufrüsten?
Ja, aber das ist teuer. Der Stromversorger muss neue Leitungen ins Haus legen und den Zähler austauschen – das ist eine kostenintensive Maßnahme im oberen Preissegment, abhängig vom Aufwand. Auch die Wallbox muss austauschbar sein. Ein Telefonat mit Ihrem lokalen Stromversorger gibt Auskunft über Machbarkeit und Kosten. Wer von einphasig auf Drehstrom aufrüstet, kann danach mit 11 oder 22 kW laden – deutlich besser als die bisherige 3,7-kW-Auflösung.
Worauf Sie bei der Wallbox-Auswahl achten sollten
Prüfen Sie vor dem Wallbox-Kauf Ihren Hausanschluss. Haben Sie Drehstrom (3 × min. 16 A)? Dann können Sie eine Standard-11-kW-Wallbox installieren. Haben Sie nur einphasig? Dann ist eine einphasige Wallbox (bis 7,4 kW) die Lösung, oder Sie rüsten auf Drehstrom auf. Eine 11-kW-Wallbox an einem einphasigen Anschluss funktioniert nicht – Sie brauchen zwingend die matching Stromverteilung. Der Elektrofachbetrieb prüft das vor der Installation.